müller*****

/Theater

/Performance/

Label/

  • Start
  • Inhalt
  • Besetzung
  • Photos
  • Pressestimmen
Eine junge Frau betritt die Bühne.
Lieschen Müller, Schauspielerin.
Sie hat eine Verabredung – Mit dem Publikum.
 
Ein Liveversuch über die Funktionsweise von Theater. Was passiert mit dem, der zuschaut, während ein anderer agiert. Und was passiert mit dem, der agiert, während ein anderer ihm dabei zusieht. Was ist, wenn Agieren zum Zuschauen wird und Zuschauen bereits Agieren ist.
Ein Theaterabend für ein Publikum und seine Schauspielerin.
Eine müller*****-Produktion
Idee, Konzeption, Spiel Elisa Müller
Klavier und Technik Frank Sievers
Draufgeschaut Tom Stromberg
 
Spielorte- pad (performance art depot) Mainz, Brotfabrik Berlin, Alte Feuerwache Duisburg, Kleistforum Frankfurt/Oder (Unithea-Festival), Theater Erlangen (Arena-Festival), Ballhaus Ost Berlin, LOFFT.Leipzig, Fleetstreet Hamburg, Weltecho Chemnitz (kammerMachen-Festival), Rottstr. 5 Bochum
 
„ein Abend mit lieschen müller*****“ lief 2008/2009 als Reihe mehrfach hintereinander im Ballhaus Ost, im LOFFT.Leipzig und in der Fleetstreet Hamburg.
KRITIK für „ein Abend mit lieschen müller*****“ in HundertWort, der Festivalzeitung vom 100°-Festival im HAU und den Sophiensaelen, erschienen am 7.März 2010
 
Ich und das Publikum
Mit der Publikumsbeteiligung ist das so eine Sache. Falsch angepackt wird es ziemlich peinlich. Das geheimnisvolle Stück „ein Abend mit lieschen müller*****“ findet dafür einen geschickten Spagat. Eine Frau mit verbundenen Augen holt sich behutsam Hilfe im Publikum, Klaus „zeigt“ ihr den Zuschauerraum, niemand muss sich fremdschämen. Später holen sie Phillip dazu. „Eigentlich wollte ich heute Abend nur jemanden kennen lernen“, gesteht sie. Die beiden Männer – leider liiert – sind Glücksgriffe für das Bühnengeschehen, beide bringen druckreife Sprüche. Alles ein bisschen gewagt, peinlich, berührend. Aber die liebliche Darstellerin fängt jede Peinlichkeit auf und schafft es die Form zu wahren.
Alexandra Müller
*********************************************
 
Allgemeine Zeitung, Mainz.
Brettspiel mitten auf der Bühne
„Lieschen Müller“ lädt zu Performance
Vom 21.01.2008
 
dmk. "Möchte jemand mit mir Mensch-ärger-dich-nicht spielen?" Eine merkwürdige Einladung für einen Performance-Abend. Doch Lieschen Müller hat ein klares Ziel vor Augen: improvisieren, den Abend mit dem Publikum gemeinsam gestalten. Es war vor ausverkauften Reihen im PAD das Debüt ihrer Soloperformance "Ein Abend mit Lieschen Müller" unter dem Motto "Was passiert demjenigen, der zuschaut, während ein anderer agiert?" Ein Brettspiel. Mitten auf der Bühne.
Viele wussten in den ersten Minuten nicht, was passieren würde. Voller Spannung lauerten sie auf das Kommende.
Anfängliche Skepsis und Unsicherheit am Spiel teilzuhaben waren nach kurzer Zeit waren durch die offene Art der Schauspielerin jedoch passé. Gemeinsam Klavier spielen, Fotos machen oder den Abend durch Zurufe gestalten waren nun keine Hürden mehr. Die Lust mitzuspielen, sich selbst einmal in Szene zu setzen und die Fronten zu wechseln hatte sich breitgemacht. Eine Zuschauerin hatte ein Taschenmesser dabei, Brot und Marmelade waren in der Garderobe - warum also nicht Stullen für alle schmieren?
Authentizität ist in dem Konzept des Abends das Wichtigste für Elisa Müller. Sehen, was das Publikum bereit ist mitzumachen und mit diesem Potential eine Bühnenerfahrung der besonderen Art zu schaffen. Diese fast schon avantgardistische Idee war es auch, die Tom Stromberg für sie einnahm, der als künstlerischer Betreuer in den kommenden Monaten "Lieschen Müller" in ausgewählten Orten in Deutschland unterstützen wird.
********************************************
 
-------- Original-Nachricht --------
Datum: Sun, 07 Mar 2010 23:20:16 +0100
Von: "Stefan Paul"
An: fraulieschenmueller@gmx.de
Betreff: ***müller im HAU1
 
Liebe Frau Müller,
nebst Antwort wegen des Photos zur Wünscherfüllung - ich war auf der Bühne - möchte ich Ihnen schreiben - also ich bin sehr froh, dass ich hier die Gelegenheit dazu habe - dass mir Ihr Stück außerordentlich gut gefallen hat. Es war für mich ein Höhepunkt meiner Theaterbesuche. Selbst "Kulturschaffender" frage ich mich viel, was man eigentlich will, was man kann und wie man kann, was man möchte. Das hat für mich ahuptsächlich mit dem Auslösen von Gefühlen beim Publikum und Aktivierung des Publikums zu tun, und da haben Sie bei mir viel bewirkt. Nach Lektüre des Programmheftes hatte ich eine Podiumsdiskussion erwartet, und erlebt habe ich dann ein Ein-Personen-Stück, Mitmachtheater - was mich sehr in Spannung versetzt hat -, dann ein 2 Personenstück, eine Art Dreipersonenstück, das dann immer merh von Theater wegging, banaler (Jetzt nicht im Negativen Sinne!) und alltäglicher wurde, bis dahin, dass es ganz untheatral zu Ende ging und ich nun Ihr Stück in meinem Alltag weiterführe, indem ich Ihnen schreibe. Vielen Dank für dieses Erlebnis. Mich würde sehr interessieren, was Sie sonst so machen. Kann man das irgendwo erfahren?
Herzliche Grüße
stefanpaul
 
-------- Original-Nachricht --------
Datum: Wed, 16 Jun 2010 18:07:50 +0200
Von: "Stefan Paul"
An: "lieschen müller" <fraulieschenmueller@gmx.de>
Betreff: Re: Nachfrage
 
Liebe Lieschen Müller,
ich denke immer noch oft an den Abend und wollte eigentlich auch schon längst nochmal zurückgeschrieben haben. Die Zeit rast nur so dahin...Ich bin übrigens Pianist und mache selbst so viel es geht Musiktheater im weitesten Sinne. Jetzt bin ich grad ganz gestresst für ein Stück, das Frank Castorf beim Kommunismuskongress in der Volksbühne am nächsten Wochenende zeigt. Mein Feedback darfst Du natürlich gern benutzen.
Ich drücke ganz doll die Daumen!!!! Das interessiert mich doch sehr, noch mehr von Dir zu sehen.
Soweit ganz kurz zwischen Tür und Angel
Herzliche Grüße
stefanpaul
 
*********************************************
 
Wie funktioniert Theater eigentlich? (...) Diese Frage, so hat sich Lieschen Müller vorgenommen, ist an diesem späten Abend im Kleist-Forum zu klären. Lieschen Müller heißt Elisa Müller, ist ausgebildete Schauspielerin und kommt unter anderem mit einem Brotbackautomaten auf die Bühne. Sie plaudert mit den Zuschauern (...). Und dann – kommt sie zu mir (...). Sie flüstert mir ins Ohr, hinter der Bühne sei etwas versteckt, das ich aus meiner Kindheit kennen würde. (...) Nach einigem Herumirren (...) findet einer das Kinderüberraschungsei. Wir einigen uns darauf, dass wir es gemeinsam gefunden haben – haben also binnen Sekunden eine Verabredung getroffen, den anderen Theater vorzuspielen. (...) Theater funktioniert hier, um miteinander zu kommunizieren. Die Grenzen zwischen Publikum und Bühne sind verschwommen und gänzlich aufgehoben werden sie, als das Brot fertig gebacken ist und man es sozusagen gemeinsam bricht.
 
Martina Krüger, Franziska Pröber in Märkische Oderzeitung, Frankfurter Stadtbote, Juni 2008