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Politisches Solo - eine aktionsform

Nächste Aufführungen:
5. bis 7. September 2013, Vierte Welt, Berlin
27. und 28. September 2013, LICHTHOF Hamburg

Bisherige Aufführungen:
Vierte Welt, Berlin
Premiere: 31. Januar 2013
Weitere Aufführungen: 01.,07., 08., 09. Februar 2013
 
FKT (Freies Kunst Territorium), Bochum
Aufführungen: 15., 16., 21., 22. Februar 2013
 
FFT (Forum Freies Theater), Düsseldorf
Aufführungen: 13. und 14. Juni 2013
 

Politisches Solo ist Performance und interdisziplinäre Aktionsform mit Vorträgen und Diskussionen:

Im Kontext der anstehenden Bundestagswahl eröffnet das Theater/Performance/Label müller***** jetzt erneut mit einer Wiederaufnahme der Produktion Politisches Solo den Diskursraum Theater: Wenn man über politische Handlungsmöglichkeiten nachdenkt, scheint die üblichste und bekannteste Form der demokratischen Beteiligung darin zu bestehen, bei der Wahl die eigene Stimme abzugeben. Überall auf der Welt fordern derzeit Menschen Möglichkeiten ein, sich zu beteiligen und in freien Wahlen gemeinsam zu entscheiden. In Deutschland wird der Vorgang Wählen oftmals müde belächelt. Welchen Wert oder Nutzen hat denn nun das politische Instrument „Wählen“? Was wollen wir von der politischen Organisationsform Demokratie und was will diese von uns? Über welche Handlungsmöglichkeiten verfügen wir? Brauchen wir mehr Demokratie?

Politisches Solo beantwortet diese Frage nicht mit einer abstrakten Analyse von Systemen, Diskursen, Macht- und Gewaltverhältnissen, sondern thematisiert den eigenen politischen Handlungsspielraum: Die Performerin Elisa Müller setzt sich einer radikalen Selbstbefragung aus. Ausgehend von dem Wunsch, sich nicht nur als passive Konsumentin bestehender Systeme zu fühlen, überprüft sie ihr bisheriges und ihr noch nicht getätigtes, mögliches und notwendiges zukünftiges politisches Handeln. Spielerisch überprüft, sortiert und erprobt Politisches Solo gemeinsam mit dem Publikum die Instrumente, Motivationen und Strategien politischen Handelns in der Organisationsform Demokratie neu: Politisches Solo ist nicht nur Performance, sondern zugleich interdisziplinäre Aktionsform.

Filmsichtung

Freitag, 27. September, im Anschluss an die Performance:

Elend zeigen als politische Strategie?
"Enjoy Poverty" (NL/Kongo 2008) von Renzo Martens
 
"Enjoy Poverty" verkünden die riesigen Neon-Buchstaben, die der niederländische Künstler Renzo Martens quer durch den Kongo transportiert. Armut sei das Kapital des Kongos, verkündet er der kongolesischen Bevölkerung, mit Bildern unterernährter Kinder könnten lokale Fotografen 1000 Dollar im Monat verdienen. Die provokante Dokumentation wurde unter anderem bei der Berlin Biennale im Jahr 2010 gezeigt.
 
Blickwechsel mit Impulsvortrag und Diskussion 

Samstag, 28. September, im Anschluss an die Performance:

Politik beginnt da, wo der Konsens endet und Meinungen verhandelt, konfrontiert, diskutiert werden müssen. Das Politische Solo fordert den Dialog auf Augenhöhe und riskiert den Blickwechsel, um über Strategien politischen Handels zu sprechen: Jeden Abend im Anschluss an die Solo-Performance präsentieren Expert_innen aus verschiedenen Feldern ihre Perspektive darauf, wie politisches Handeln aussehen kann, darf und soll. Es darf diskutiert werden!
 
"Ironie und Widerstand" (Nicklas Baschek, Uni Hamburg)
 
Wie ist Widerstand auf der Höhe der Zeit denkbar, und wann droht er, selbstgerecht oder dogmatisch zu werden? Kann Ironie als Widerstand funktionieren? Oder ist Ironie bloß Ausdruck des Verfalls der öffentlichen Debatte, markiert sie den endgültigen Rückzug ins Private? Nicklas Baschek versucht zu skizzieren, wie eine ironische und gelassene Form widerständiger Politik aussehen könnte, die es schafft, kritisch, aber nicht dogmatisch zu sein.
 
Nicklas Baschek ist Dipl.-Politikwissenschaftler und Promotionsstipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes an der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg.
Filmsichtung

13.06., im Anschluss an die Performance:

Elend zeigen als politische Strategie?
"Enjoy Poverty" (NL/Kongo 2008) von Renzo Martens

"Enjoy Poverty" verkünden die riesigen Neon-Buchstaben, die der niederländische Künstler Renzo Martens quer durch den Kongo transportiert. Armut sei das Kapital des Kongos, verkündet er der kongolesischen Bevölkerung, mit Bildern unterernährter Kinder könnten lokale Fotografen 1000 Dollar im Monat verdienen. Die provokante Dokumentation über Martens' Projekt, die den Zynismus unseres Afrika-Bildes bloßlegt, wurde unter anderem bei der Berlin Biennale im Jahr 2010 gezeigt.

Blickwechsel mit Impulsvortrag und Diskussion

14.06., im Anschluss an die Performance
 
Politik beginnt da, wo der Konsens endet und Meinungen verhandelt, konfrontiert, diskutiert werden müssen. Das Politische Solo fordert den Dialog auf Augenhöhe und riskiert den Blickwechsel, um über Strategien politischen Handels zu sprechen: Jeden Abend im Anschluss an die Solo-Performance präsentieren Expert_innen aus verschiedenen Feldern ihre Perspektive darauf, wie politisches Handeln aussehen kann, darf und soll. Es darf diskutiert werden!
 
14.06.  Toleranz als politische Strategie?
"Bedingungen und Grenzen der politischen Einigung" (Fabian Anicker, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)

Welchen Stellenwert haben Bürgerversammlungen und andere Orte, an denen Bürger_innen miteinander diskutieren? Wie soll ich mit Meinungen und Perspektiven umgehen, die mit den meinen nicht zusammenpassen? Wo verlaufen die Grenzen des Argumentierens? Fabian Anicker legt dar, dass wir uns den Herausforderungen der Toleranz stellen müssen, weil Toleranz oftmals die einzige politische Strategie ist.

Fabian Anicker ist Sozialwissenschaftler und Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Graduiertenkolleg "Linkage in Democracy. Politische Repräsenation in heterogenen Gesellschaften" (LinkDe) der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Rahmenprogramm im Anschluss an die Vorstellung

BLICKWECHSEL mit Impulsvortrag und Diskussion

Politik beginnt da, wo der Konsens endet und Meinungen verhandelt, konfrontiert, diskutiert werden müssen. Im Anschluss an die Aufführung kommt es an jedem Abend zu einem Blickwechsel: Unter diesem Titel sind Experten aus Politik und Wissenschaft zu Gast, um aus ihrer Perspektive darüber zu sprechen, welcher Sinn oder welche Funktion Wahlen oder dem Parteiensystem zugeschrieben werden und welche Möglichkeiten der Partizipation uns das System Demokratie bietet oder bieten könnte. Es darf diskutiert werden!

 

Donnerstag, 5. September
(Nicht)Wählen als politische Strategie?
"Wahlenthaltung in Zeiten der Selbstentmachtung des politischen Systems"
(Horst Kahrs, Rosa-Luxemburg-Stiftung)
Sind Wahlen ein geeignetes Instrument für eine Regierung des Volkes durch sich selbst? Warum wächst gerade unter Wahlberechtigten in prekären Lebensverhältnissen die Wahlenthaltung? Was ändert sich, wenn wir (nicht) wählen? Horst Kahrs stellt Ergebnisse seiner Studie "Abschied aus der Demokratie" zur Debatte.

Freitag, 6. September
Repräsentation als politische Strategie?
"Populäre Kritik an und gern übersehene Notwendigkeit von Parteien"
(Carsten Koschmieder, FU Berlin)
Stimmt es, dass die Menschen der Politik und den Parteien immer weniger vertrauen? Wie entsteht "Parteienverdrossenheit"? Wozu brauchen wir Parteien, und wie kann und sollte man ihr Verhältnis zur Bevölkerung denken? Carsten Koschmieder argumentiert, warum die Behauptung, es gäbe eine Spaltung zwischen Parteien und Bürger_innen, problematisch ist.

Samstag, 7. September
Partizipation als politische Strategie?
"Das Ideal der direkten Demokratie"
(Dr. Michael Efler, Mehr Demokratie e.V.)
Welche Formen der direkten Demokratie gibt es? Wie wird Bürgerbeteiligung hier und anderswo in die Praxis umgesetzt? Wo stoßen die repräsentative Demokratie und das Parteiensystem momentan an ihre Grenzen? Michael Efler legt dar, in welche Richtung sich unsere Demokratie entwickeln kann und muss.


Blickwechsel mit Impulsvortrag und Diskussion

 

31.01., 01./07./08./09.02., im Anschluss an die Performance

 

Politik beginnt da, wo der Konsens endet und Meinungen verhandelt, konfrontiert, diskutiert werden müssen. Das Politische Solo fordert den Dialog auf Augenhöhe und riskiert den Blickwechsel, um über Strategien politischen Handels zu sprechen: Jeden Abend im Anschluss an die Solo-Performance präsentieren Expert_innen aus verschiedenen Feldern ihre Perspektive darauf, wie politisches Handeln aussehen kann, darf und soll. Es darf diskutiert werden!

 

31.01.  Widerstand gegen Institutionen als politische Strategie?

"Eine kritische Betrachtung antiinstitutionalistischer Theorien", Karsten Schubert (Uni Leipzig)

Warum gibt es in bestimmten Strömungen politischen Denkens so ein großes Misstrauen gegen Institutionen? Wie könnte ein ausgewogeneres Bild der Funktion von Institutionen aussehen? Karsten Schubert fragt danach, wo der politische Raum beginnt und was Aktivismus möglich macht.

Karsten Schubert studierte Philosophie, Poltikwissenschaft und VWL. Er arbeitet an der Universität Leipzig an einem Promotionsprojekt über die Freiheit der Subjektivierung.

 

01.02.  Künstlerische Aneignungen als politische Strategie?

"Die Arab Image Foundation im Kontext aktueller künstlerischer Praktiken", Heide Barrenechea (UdK)

Welches politische Potential haben Bilder? Welche Macht haben Bildarchive? Wie können sich Künstler_innen politische Themen auseinandersetzen? Heide Barrenechea zeigt am Beispiel künstlerischer Aneignungen im Kontext der Arab Image Foundation, warum manchmal gerade die Fokussierung auf das Alltägliche ein politischer Akt sein kann.

Heide Barrenechea studierte Erziehungswissenschaften, Soziologie, Psychologie und Kunstgeschichte. Sie promoviert an der UdK über Archivarische Praktiken als Strategien der Reaktivierung von kultureller Erinnerung am Beispiel der Arab Image Foundation.

 

07.02. Elend zeigen als politische Strategie?

Filmsichtung: "Enjoy Poverty" (NL/Kongo 2008) von Renzo Martens

"Enjoy Poverty" verkünden die riesigen Neon-Buchstaben, die der niederländische Künstler Renzo Martens quer durch den Kongo transportiert. Armut sei das Kapital des Kongos, verkündet er der kongolesischen Bevölkerung, mit Bildern unterernährter Kinder könnten lokale Fotografen 1000 Dollar im Monat verdienen. Die provokante Dokumentation über Martens' Projekt, die den Zynismus unseres Afrika-Bildes bloßlegt, wurde unter anderem bei der Berlin Biennale im Jahr 2010 gezeigt.

 

08.02.  Alltagshandeln als politische Strategie?

"Globale Gerechtigkeit und individuelle  Verantwortung", Jan Brezger (FU Berlin)

Bin ich verantwortlich für globale Ungerechtigkeiten? Und wenn ja: Lässt sich dieses verantwortlich sein mit dem Begriff „Konsumentenverantwortung“ adäquat beschreiben? Jan Brezger argumentiert, dass es eben nicht genügt, nicht dazu beizutragen, dass es nicht noch schlimmer wird, sondern dass wir politisch aktiv werden müssen, um bestimmte Prozesse zu ändern.

Jan Brezger studierte Politikwissenschaft in Berlin und Baltimore. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Schwerpunkt Theorie und Ideengeschichte des Otto-Suhr-Instituts.

 

09.02. Stafette statt Diskussion!

Diskursformate im Theater als politische Strategie?

mit Dirk Cieslak (Vierte Welt), Sebastian Löwe (ufo-Universität), Elisa Müller (müller*****), Heike Pelchen (Monologfestival, Theaterdiscounter)  

Wie kann diese Sache mit der Kunst und der Politik funktionieren? Wann und wie werden Diskusformate im Theater politisch wirksam?

Wir bringen zum Abschluss der Veranstaltungsreihe Organisator_innen von verschiedenen Projekten, die Kunst und Politik verbinden, zusammen und geben das Startsignal für einen diskursiven Staffellauf.

 

Werkstatt
„Politisierung des Blicks. Politische Bilder, sensible Blicke“
 
09.02., 12.00 bis 18.00 Uhr, Vierte Welt

Mit Inga Schaub (Kulturwissenschaftlerin), Ernst Volland (Künstler, Kurator, Nachlassverwalter von Jewgeni Chaldej), Leena Crasemann (Kunsthistorikerin) und Jonas Wilisch (Fotograf).

Wie kommen Bilder von Krieg und Elend auf die Titelseiten unserer Zeitungen und die Bildschirme unserer Fernseher und Computer? Was passiert, wenn ich diese Bilder betrachte? Der Werkstatttag bietet die Möglichkeit, sich diesen Fragen anhand von gemeinsamen Bildbetrachtungen zu widmen: Zum Beispiel werden Leena Crasmann und Jonas Wilisch vor dem Hintergrund einer 'Ikonografie der Armut' gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern unterschiedliches Bildmaterial diskutieren, das vom Anbeginn der Fotografie bis in die jüngste Gegenwart reicht. Dabei sollen bestimmte Bildformeln, Inszenierungsstrategien wie auch die Position des eigenen Blicks thematisiert werden.

Um vorherige Anmeldung per Mail (karten@viertewelt.de) wird gebeten.

Filmsichtung

15.02. im Anschluss an die Performance
Renzo Martens: "Enjoy Poverty" (2008)

"Enjoy Poverty" verkünden die riesigen Neon-Buchstaben, die der niederländische Künstler Renzo Martens quer durch den Kongo transportiert. Armut sei das Kapital des Kongos, verkündet er der kongolesischen Bevölkerung, mit Bildern unterernährter Kinder könnten lokale Fotografen 1000 Dollar im Monat verdienen. Die provokante Dokumentation über Martens' Projekt, die den Zynismus unseres Afrika-Bildes bloßlegt, wurde unter anderem bei der Berlin Biennale im Jahr 2010 gezeigt.

Blickwechsel mit Impulsvortrag und Diskussion
 
16.02./21.02./22.02. im Anschluss an die Performance
 
Politik beginnt da, wo der Konsens endet und Meinungen verhandelt, konfrontiert, diskutiert werden müssen. Das Politische Solo fordert den Dialog auf Augenhöhe und riskiert den Blickwechsel, um über Strategien politischen Handels zu sprechen: Jeden Abend im Anschluss an die Solo-Performance präsentieren Expert_innen aus verschiedenen Feldern ihre Perspektive darauf, wie politisches Handeln aussehen kann, darf und soll. Es darf diskutiert werden!
 
16.02. Unsinn als politische Strategie?
"Das Moment der Unterbrechung im zeitgenössischen Theater", Anneka Esch-van Kan, Justus-Liebig Universität Gießen
Was könnte es heute bedeuten, widerständig zu sein? Welche Rolle mögen künstlerische Praktiken dabei spielen? Wie können wir den Rahmungen und Vorgaben begegnen oder gar entgehen, die unsere Perspektive auf konkrete politische Fragestellungen immer schon (vor-)formen? Esch-van Kan zeichnet nach, wie in dieser Hinsicht gerade der Entzug von Sinn und die Unterbrechung von Bedeutungserzeugung politische Relevanz gewinnen. Sie skizziert, wie neuere Formen politischen Theaters thematische Reflexion und ästhetische Subversion verbinden, und fragt, ob wir Grund zur Hoffnung haben und wie ein politisches Theater des 21. Jahrhunderts beschaffen sein könnte.
Anneka Esch-van Kan studierte Theaterwissenschaft und Anglistik in Frankfurt/M., Gießen, Münster und Stony Brook (USA). Sie hat kürzlich ihre Promotionsarbeit zum politischen Theater in den USA an der Justus-Liebig Universität Gießen eingereicht.
 
21.02. Konsumentenverantwortung als politische Strategie?
"Weltarmut, Moral und Konsum", Daniel Saar (Ruhr-Universität Bochum)
Kann ein moralisches Konzept wie die Konsumentenverantwortung zu einer politischen Strategie werden? Reicht es, wenn wir bewusst, vielleicht sogar „ethisch“ einkaufen? Daniel Saar fragt, ob es sich bei Konsumentenverantwortung um ein angemessenes Konzept handelt, wenn es um verheerende globale Probleme geht.
Daniel Saar studierte Philosophie und Germanistik in Bochum und Göttingen. Er arbeitet an einem Promotionsprojekt zum Thema "Konsumentenverantwortung und Weltarmut".
 
22.02. Kriegsfotografie als politische Strategie?
"Diskurse über den Nutzen von Kriegsfotografie", Inga Schaub (Humboldt-Universität Berlin)
Welche Hoffnungen und Befürchtungen wurden seit ihrem Aufkommen an die Kriegsfotografie geknüpft? Welchen Einfluss hatten Bilder auf politische Ereignisse? Inga Schaub stellt dar, wie über Kriegsfotografie geredet wurde und zeigt an ausgewählten Beispielen, welche politischen Potentiale Bildern zugeschrieben werden.
Inga Schaub studierte Kulturpädagogik und Kulturwissenschaft in Mönchengladbach und Amsterdam. Sie arbeitet an der HU Berlin an einem Promotionsprojekt über Fotografie und Trauer.
Werkstatt
"Politische Bilder im Theater"

21.02., 11.00 bis 16.00 Uhr, FKT

Wenn wir von einer "Bilderflut" reden, schwingt mit, dass wir uns den unzähligen Bildern gegenüber, die uns im öffentlichen, aber auch im privaten Raum auf Bildschirmen und Zeitungsseiten begegnen, ausgeliefert fühlen. Wie kann die Bühne zu einem Ort werden, an dem dieses Gefühl reflektiert und produktiv gemacht werden kann?
Der Werkstatttag unter Leitung von Elisa Müller (Theatermacherin/Performerin), Anneka Esch-van Kan (Theaterwissenschaftlerin) und Inga Schaub (Kulturwissenschaftlerin) bringt theoretische Positionen um Politik und Ästhetik zusammen mit produktionsästhetischen Perspektiven aus der Arbeit Elisa Müllers. Er lädt Interessierte Studierende ein, Methoden szenischen Forschens zum Umgang mit Bildern zu entwickeln und in der Gruppe zu diskutieren.

Konzept/Performance: Elisa Müller Dramaturgische Mitarbeit: Fanny Frohnmeyer Inhaltliche Mitarbeit/Rahmenprogramm: Inga Schaub Inhaltliche Mitarbeit/Recherche: Leena Crasemann Inhaltliche Mitarbeit/Ausstattung: Michaela Muchina Hospitanz: Katharina Reiners Produktionsleitung: ehrliche arbeit – Freies Kulturbüro Presse: björn&björn

Eine Produktion von müller***** in Kooperation mit der Vierten Welt Berlin, dem FFT (Forum Freies Theater) Düsseldorf und dem FKT (Freies Kunst Territorium) Bochum. Gefördert durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, das NRW Landesbüro Freie Kultur und den Fonds Darstellende Künste e.V.. Mit freundlicher Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung und in Medienpartnerschaft mit taz und Neues Deutschland.

 

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„Wo beginnt die eigene Verantwortung? Hast Du Gestaltungsmacht? Hast Du schon mal bei einer Online-Petition unterschrieben? Wenn ja, zu welchem Thema? Und wer entscheidet, wie eine solche Sache weitergeht? (…) wichtige Fragen, die die Schauspielerin Elisa Müller in ihrer Performance »Politisches Solo« in der Galerie »Vierte Welt« aufwirft (…) Für ihre Aufführung hat sich der kleine Theaterraum auf der Galerie des Zentrum Kreuzberg über der Adalbertstraße in ein politikwissenschaftliches Labor verwandelt: Zeitungsstapel überall, die Wand mit Blättern plakatiert, auf denen die Vorarbeit zu dem Projekt zu lesen ist – Fragen, Stichpunkte, Theorien. (…)

Ihr Thema: Wie kann ich politische Verantwortung übernehmen, konkret etwas verändern? Wie funktionieren die Methoden und Instrumente zur politischen Einflussnahme? Warum fällt es so schwer oder scheint gar komplett unmöglich zu sein, unseren Demokratiealltag mitzugestalten?

Statt Systeme oder Macht- und Gewaltverhältnisse zu analysieren, befragt Elisa Müller sich und somit die Zuschauer nach ihrem alltäglichen politischen Tun. (…) Die Fragen können (…) dazu dienen, das eigene Tun und Lassen zu überprüfen (…).

Angereichert wird das »Politische Solo« (…) durch Vorträge junger Filmemacher und Wissenschaftler. Am Premierenabend referierte der Politologe und Philosoph Karsten Schubert von der Uni Leipzig über »Widerstand gegen Institutionen als politische Strategie«: sehr theoretisch, aber gleichzeitig unterhaltsam und auf ein vernünftiges Maß gekürzt. (…) An sämtliche, angenehm kurz gehaltene Vorträge schließen sich Diskussionen an.

aus: „Offene Selbstbefragung“  von Anouk Meyer, in: Neues Deutschland, 6.Februar 2013.